ASIEN/PAKISTAN - Katholiken erinnern an die deutsche Ordensfrau und Ärztin Ruth Pfau

Donnerstag, 30 August 2018 leprakranke   gesundheitswesen   solidarietät   sozialwesen   schwestern   orden   religiöse minderheiten  

Karachi (Fides) – Im Gedenken an das wertvolle Engagement von Schwester Ruth Pfau, die auch als „Mutter der Aussätzigen“ bekannt ist, wird in Pakistan der erste Todestag der deutschen Ordensfrau begangen. Aus diesem Anlass feierte der Erzbischof von Karachi, Kardinal Joseph Coutts, eine Gedenkmesse mit mehr als 200 Gläubigen in der St. Patrick Kathedrale in Karachi. „Ruth Pfau hat ihr ganzes Leben für die Kranken hingegeben. Sie bereiste das ganzen Land, um Patienten zu behandeln, die an Lepra leiden“, so der Kardinal, der an die Ordensschwester und Ärztin erinnerte die sagte: „Meine Aufgabe besteht nicht nur darin, Menschen zu behandeln. Ich möchte sehen, dass diese Menschen für immer in ihr früheres Leben zurückkehren“.
Der Kardinal erinnerte auch daran, dass Ruth Pfau „immer betonte, dass Lepra-Patienten Menschen und Kranke sind, die behandelt werden können“. Sie habe stets bemüht, „ihre Würde zu schützen“ und damit„ein großes Erbe und Beispiel hinterlassen, dem wir folgen können.“.
Die Ordensschwester und Ärztin Ruth Katherina Martha Pfau wurde am 9. September 1929 in Deutschland geboren schloss sich 1957 dem katholischen Frauenorden der Töchter des Herzens Mariens (DHM) an. Im Jahr 1960 wurde sie nach Südindien geschickt, um Missionsarbeit zu leisten, aber wegen Visaproblemen saß sie in Karachi fest. Seitdem hat arbeitete sie dort unter Aussätzigen, die von ihren Familien verstoßen wurden und reiste dabei auch bis nach Afghanistan. Sie lebte insgesamt 57 Jahre in Pakistan, wo sie 10. August 2017 im Alter von 87 Jahren starb. Nicht zuletzt dank ihrer unermüdlichen Bemühungen erklärte die Weltgesundheitsorganisation 1996 Pakistan zu einem der ersten Länder in Asien, in denen "Lepra unter Kontrolle ist".
Ruth Pfau gründete das "Marie Adelaide Lepra Centre", das heute 157 Niederlassungen in Pakistan hat. Dank der bemerkenswerten Dienste, die sie im Land geleistet hatte erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und schließlich wurde ihr 1988 die pakistanische Staatsbürgerschaft verliehen. Sie ist die erste Frau und die dritte Person überhaupt die nach Mohammad Ali Jinnah, dem Gründer Pakistans, und Abdul Sattar Edhi ein, Staatsbegräbnis erhalten hat.
Die Regierung der Provinz Sind benannte das staatliche Krankenhaus in Karachi nach ihr. Im Mai 2018 gab die pakistanische Nationalbank eine 50-Rupien-Münze zum Gedenken an die berühmte Ärztin heraus.
(AG) (Fides 30/8/2018)


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