AFRIKA/SUDAN - Erzbischof von Khartum: "Wir müssen ethnische Konflikte unter Südsudanesen in Flüchtlingscamps bekämpfen”

Montag, 23 Oktober 2017 flüchtlinge   bischöfe  

Khartum (Fides) - “Wir versuchen dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge in Frieden leben können, denn es kommt immer noch zu Ausschreitungen und dies sogar in den Flüchtlingscamps selbst”, so Erzbischof Michael Didi Adgum Mangoria von Khartum zur Lage in den insgesamt neuen Aufnahmeeinrichtungen für südsudanesische Flüchtlinge in der sudanesischen Hauptstadt.
Der Bürgerkrieg, der im Dezember 2013 im Südsudan ausbrach hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen, auch weil der Konflikt rasch eine ethnische Dimension entwickelte, die sich auch in den Flüchtlingscamps bemerkbar macht. “Die verschiedenen Ethnien leben in unterschiedlichen Bereichen, doch sie begegnen sich an den Brunnen, wo es oft zu Streitigkeiten zwischen zwei oder drei Personen kommt, die sich oft auf die Gemeinschaft ausdehnen, bevor eine Eskalation verhindert werden kann”, so Erzbischof Mangoria.
Der Erzbischof betont, dass man auf jede erdenkliche Weise versucht, das Problem des Tribalismus in den Flüchtlingscamps zu lösen: “Ich habe zu den Priestern, die die Flüchtlinge betreuen gesagt, dass ich, sollte ich bemerken, dass einer von ihnen versucht, ethnische Spaltungen zu befeuern, diesen vom Amt suspendiere“, so Erzbischof Mangoria “Dies ist eine Botschaft, die dazu auffordert den Tribalismus als großes Übel zu verstehen, das wir nicht tolerieren dürfen”.
Der Erzbischof beklagt, dass sogar unterschiedliche Gebetsstätten eingerichtet werden sollen, in denen die jeweiligen Mitglieder derselben Ethnie sich versammeln wollten. “Ich habe ihnen gesagt, dass ich, so lange es keinen gemeinsamen Ort für das Gebet gibt, keinen Priester mehr schicken werde, der Gottesdienste feiert”, betont der Erzbischof.
Abschließend erinnert Erzbischof Mangoria auch daran, dass Politiker den Tribalismus aus eigenen Interessen fördern. “Betet für uns, während wir für euch beten, in der Hoffnung, dass unsere Politiker eines Tages aufhören, mit den Gefühlen der Menschen zu spielen, so dass wir endlich in Frieden leben können”.
Der Krieg zwischen dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir, einem Dinka und dem ehemaligen Präsidenten Riek Machar, einem Nuer, befeuert die ethnischen Konflikte im Südsudan, die sich auf alle 60 Stämme des jungen afrikanischen Staates ausgeweitet hat und zu einer schweren humanitären Krise führte: 2, 2 Millionen Menschen (von insgesamt 13 Millionen Einwohnern) mussten ihre Heimat verlassen.
(L.M.) (Fides 23/10/2017)


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